Sehr geehrter Herr Landrat,

die Kreistagsfraktionen von CDU, GRÜNEN und FDP im Rhein-Erft-Kreis beantragen für die Sitzung des Ausschusses für Regionale Entwicklung den o.g. Punkt auf die Tagesordnung aufzunehmen und stellen hierzu nachfolgenden Antrag zur Abstimmung:

Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird beauftragt, ein Pilotprojekt zur Implementierung eines digitalen Hydro-Fachzwillings für den Rhein-Erft-Kreis zu initiieren. Die für das Thema Megatrends im Haushalt veranschlagten 30.000 Euro p.a. sollen zur Finanzierung herangezogen werden, wobei der Sperrvermerk aufgehoben wird. Die inhaltliche und technische Ausrichtung des Projekts soll in Gesprächen mit den Fachabteilungen aus Kreis- und Kommunalverwaltung sowie relevanten Akteuren,  insbesondere dem Erftverband, abgestimmt werden.

Zusätzlich möge die Verwaltung prüfen, ob Fördermöglichkeiten auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene vorhanden sind und falls möglich in Anspruch nehmen. Darüber hinaus soll die Einbindung des Projekts in eine mögliche Ausbauphase mit Bezug zum Strukturwandel nach Abschluss der Pilotphase geprüft und in die weitere Kommunikation aufgenommen werden.

Begründung:

Die Trendanalyse zum Digitalen Zwilling im Rhein-Erft-Kreis zeigt deutlich den Bedarf an digitalen Lösungen zur Unterstützung kommunal integrierter Planungs- und Entscheidungsprozesse. Insbesondere die Themen Hochwasser- und Starkregen im Bereich der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr haben sich als zentrale Anwendungsfälle herausgestellt.

Der vorgeschlagene digitale Hydro-Fachzwilling bietet die Möglichkeit, hydrologische Daten zu sammeln, zu analysieren und simulationsgestützt für präventive Maßnahmen sowie Krisenmanagement zu nutzen. Durch die Nutzung bereits verfügbarer Geobasisdaten – unter anderem aus dem Digitalen Zwilling NRW – kann die Implementierung mit vergleichsweise geringem finanziellem und organisatorischem Aufwand erfolgen.

Die Trendanalyse verweist auf erfolgreiche Vergleichsprojekte, etwa den HydroZwilling in Rheinland-Pfalz, und zeigt auf, dass ein digitales Abbild wasserwirtschaftlicher Prozesse erhebliche Mehrwerte für Kommunen, Verwaltungen und Bürger schafft. Insbesondere für den Rhein-Erft-Kreis, der von klimawandelbedingten Starkregenereignissen und Hochwasserrisiken betroffen ist, ist eine digitale Lösung zur Modellierung und präventiven Steuerung von Wassermengen essenziell.

Um eine bedarfsgerechte Umsetzung zu gewährleisten, soll das Projekt gemeinsam mit den Kommunen sowie Akteuren wie dem Erftverband in gemeinsamen Gesprächen abgestimmt werden. Dies stellt sicher, dass vorhandene Daten optimal genutzt, Synergien geschaffen und zukunftsfähige Strukturen etabliert werden.
Zur weiteren Absicherung der finanziellen Machbarkeit wird die Verwaltung beauftragt, potenzielle Fördermittelprogramme auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene zu prüfen. Zudem soll geprüft werden, inwiefern eine Einbindung des Projekts in eine weiterführende Ausbauphase mit Bezug zum Strukturwandel nach Abschluss der Pilotphase möglich ist. Dies würde eine nachhaltige Weiterentwicklung und langfristige Implementierung der Technologie im Kreis ermöglichen.

Die Bereitstellung der Haushaltsmittel ohne Sperrvermerk ermöglicht eine zügige Umsetzung und erste belastbare Erkenntnisse bereits im Jahr 2025.

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